Aprica

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Aprica
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Aprica wurde nach dem 1176 Meter hohen Passo dell’Aprica zwischen dem Veltlin und dem Valcamonica benannt. Die Gemeinde im Südosten der lombardischen Provinz Sondrio zählt knapp 1.600 Einwohner. Der Anschluss an das Straßennetz machte den Ort zu einem beliebten Ferienziel. Aprica war zu Zeiten der österreichischen Herrschaft über das Valtellina im 19. Jahrhundert und bis zum Jahr 1927 ein Ortsteil von Teglio. Mit dem Beginn des Skitourismus in den Alpen Ende des 19. Jahrhunderts und mit der Eröffnung der regional bedeutsamen Strada Statale 39 del Passo di Aprica zwischen Tresenda und Edolo 1928 wurde Aprica zum überregional bekannten und ganzjährig gut besuchten Ferienort. Prominente Gäste wie die italienische Violinistin Teresina Tua (1866-1956) und der erste italienische Nobelpreisträger für Medizin Camillo Golgi (1844-1926) besuchten den Ort im Valtellina wiederholt.

Sportlich aktiv in Aprica

Heute ist Aprica eine im Sommer wie im Winter gleichermaßen populäre Reisedestiantion insbesondere für sportliche Aktivurlauber. Das weitläufige Skigebiet Aprica-Corteno mit den Bereichen Palabione, Magnolta, Baradello und Campetti umfasst heutzutage insgesamt 50 Kilometer Pisten und 18 Skilifte. Schöne Skitouren durch die reizvoll verschneite Landschaft können zum Beispiel in das nur fünf Kilometer entfernte Naturschutzgebiet Pian di Gembro unternommen werden. Anspruchsvolle Strecken für Mountainbiker führen in die Gemeinde Corteno Golgi in der Provinz Brescia im Valcamonica. Der Aprica-, Mortirolo- und Santa Cristina Pass waren in der Vergangenheit auch schon oft Schauplatz von Rennen im Rahmen des Wettbewerbs Giro d’Italia. Einen guten überregionalen Ruf genießt auch die von dem ortsansässigen Kletterklub „Climber Aprica“ im Sportzentrum San Pietro errichtete künstliche Kletterwand, die im Winter als Eiswand bewältigt werden kann.

Die interessantesten Wanderpfade rund um Aprica

Im Frühling, Sommer und Herbst ist die Gegend um Aprica ein beliebtes und gut besuchtes Wandergebiet. Zwei empfehlenswerte Strecken sind der einfache, aber abwechslungsreiche Weg durch das malerische Hochmoor von Pian di Gembro sowie entlang der militärischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg am Monte della Croce und die etwas schwierigere Tour von Aprica bis nach Belvedere. Ein häufiges Ziel von Wanderungen in der Region ist auch die Schutzhütte im oberhalb von Aprica und Corteno Golgi gelegenen Naturpark „Valle di S. Antonio“ nahe des Apricapasses. Dem eingangs erwähnten Mediziner ist der schöne Wanderpfad „Sentiero Camillo Golgi“ vom Museo Camillo Golgi bis nach Aprica gewidmet. Weitere empfehlenswerte Wanderwege in der Gegend sind die Via Valtellina und Via Albula, die Strecke zum idyllisch gelegenen Bergsee Lagh dal Mat sowie der Sentiero Valentina von Piscè nach Aprica.

Unterwegs im Nationalpark

Rund um Aprica bietet sich auch der gut 46.000 Hektar große Regionalpark Parco delle Orobie Valtellinesi bestens für Erkundungen und Wanderungen an. Dort führt der Wanderweg Grande Via delle Orobie von Delebio nach Aprica. In dem nur dünn besiedelten Gebiet leben zahlreiche typische alpine Tierarten wie Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Eichhörnchen, Wiesel, Spechte, Steinkäuze, Adler, Raben und Auerhühner. In Aprica selbst kann man sich die alpine Fauna und Flora von geschulten Führern im gut 20 Hektar großen und ganzjährig geöffneten Wildpark Osservatorio Eco-Faunistico Alpino zeigen und erklären lassen. Nicht weit entfernt von Aprica liegt auch der Nationalpark Stilfser Joch rund um die Orte Bormio, Livigno, Sondalo, Valdidentro, Valdisotto und Valfurva.

Weitere schöne Ausflugsziele

Ein schönes Ausflugsziel in der Nähe von Aprica ist auch der gut 6 km² große See Aviolo im kleinen Seitental Val Paghera des Valcamonica in den Adamello-Presanella-Alpen. Im Nachbarort Teglio können die Kirche Sant’Eufemia, der Palazzo Besta und der Torre Deli Beli Mirre besichtigt werden. Die Gemeinden Castione Andevenno, Villa di Tirano und Bianzone sind für gute Rot- und Weißweine aus lokalem Anbau bekannt. In Albosaggia begeistern Kunstfreunde die Fresken in der Pfarrkirche Santa Caterina d’Alessandria und im Oratorium San Ciriaco. Jenseits der Grenze im Schweizer Kanton Graubünden lassen sich die historischen Bürgerhäuser Casa Besta und Casa Nussio sowie die vielen alten Kirchen und Kapellen in Poschiavo in der Talschaft Puschlav besichtigen.

Foto: Panorama von Aprica, von Noperation (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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